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Zeitgenössische Architektur

1877 folgt der junge Londoner Josiah Conder der Einladung der japanischen Regierung, an der Kaiserlichen Universität Tôkyô westliche Architektur zu lehren. Seine Studenten, angeführt von Tatsuno Kingo, bilden bald die erste Generation von japanischen Architekten, die im westlichen Stil bauen. Zwischen beiden Weltkriegen entstehen viele wichtige im internationalen Stil gehaltene Bauten. Murano Tôgo gilt in jener Zeit als Repräsentant der japanischen Moderne und zählt mit Tange Kenzô in der Nachkriegszeit zu den Baumeistern mit den stärksten und dauerhaftesten Einflüssen. Isozaki Arata, ein Schüler von Tange, beeinflusst mit seinen Werken und Schriften die folgenden Generationen. Nach der Jahrtausendwende etablieren sich japanische Architekten, wie die Pritzker-Preisträger Ando TadaôItô ToyooBan Shigeru oder das Architektenbüro SANAA zu einer neuen, einer selbstsicheren und international anerkannten Architektengeneration.

Sakrale Architektur

Die buddhistischen Tempel (寺院 jiin 寺 tera / ji 院 in), die im 7. Jahrhundert aus China übernommen wurden und zur Unterbringung von Reliquien und Buddha-Statuen oder zur Ausbildung von Mönchen dienten, zählten bis zum Mittelalter zu den wichtigsten Werken der japanischen Architektur –  und bis heute sind sie sowohl Grundlage im Wohnbau-Design als auch in anderen Bereichen der Formgebung. Pagoden (仏塔 buttô 塔 ) sind – im Bereich der japanischen buddhistischen Architektur – meist mehrstöckige Turmkonstruktionen aus Holz oder Stein. Eine Pagode dient zur Aufbewahrung heiliger Buddha-Reliquien, dem Zelebrieren buddhistischer Messen sowie dem Lagern von Sutren. Die fünfstöckige Pagode ist das Symbol des buddhistischen Kredos. Jedes der fünf Dächer repräsentiert das buddhistische Universum in der Reihenfolge von Erde, Wasser, Feuer, Wind und Himmel.


Ein Schrein (神社 jinja 宮  / miya 神 宮 jingû 大社 taisha 社 yashiro) ist der Ort, wo die Götter (kami) der einheimischen Religion Shintô verehrt werden. Auf der von einem Zaun, der den heiligen Bereich markiert, umgebenen Anlage des Shintô-Schreins, befinden sich neben dem Hauptheiligtum (honden) verschiedene Nebenhallen, in denen die Priester ihre Rituale zelebrieren, die Gläubigen Opfer darbringen und die Shintô-Gottheiten anrufen. In der Hierarchie der Schreine steht der „Große Schrein von Ise“ ganz oben. Im Ise-daijingû wird die Sonnengöttin Amaterasu, die mythische Urahnin des Tennô, verehrt. Die Schreintore (鳥居 torii) stehen an bestimmten Stellen innerhalb des Bezirkes eines Shintô-Schreins. Sie markieren den Eintritt in den heiligen Bereich, sie weisen den Weg zu den Schreingebäuden und sie fungieren allgemein als Symbol eines Schreins. Ursprünglich aus Holz und in verschiedenen Konstruktionsstilen gefertigt, bestehen sie heute auch aus Stein, Kupfer oder sogar Beton.


Mit dem Ende der Landesabschließung (1873) wird nach über 200 Jahren das Verbot der christlichen Kirchen (教会 kyôkai) aufgehoben und in vielen Landesteilen werden neue Gotteshäuser erbaut. Die Mehrzahl der Kirchen Japans gehört zu den folgenden größeren Kirchengruppen: Anglican Church of Japan, Assemblies of God, Japan Baptist Convention, Japan Baptist Union, Japan Evangelical Lutheran Church, Korean Christian Church in Japan, Mennonite Brethren, Presbyterian Church, Savation Army und United Church of Christ in Japan. Japan hat etwa 40 Moscheen (回教寺院 kaikyô-jiin). Seit dem Beginn des 20. Jhs. existiert in Tôkyô eine Moschee: Tôkyô Jamii, 1938 von Kazan-Türkischen Einwanderern eingeweiht, wird 1986 abgerissen. An deren Stelle, im Stadtteil Yoyogi, entsteht die im Jahr 2000 fertiggestellte und relativ große Camii-Moschee, finanziert durch fast ausschließlich private Spenden.

Traditionelle Architektur

Japanische Burgen (城  / shiro 城郭 jōkaku) waren ursprünglich zur Abwehr feindlicher Angreifer bestimmt. Mit dem Aufkommen des Feudalismus im 16.Jh. erhalten sie ihre bis heute erhaltenen architektonischen Formen und dienen dem einzelnen Landesfürst (daimyô) als Militärsitz, Wohnresidenz und als Prestigeobjekt seiner politischen Macht. Der standortbedingte Burgbau lässt sich in drei Typen unterscheiden: 1. yamajirô = „Burg in den Bergen“, 2. hirayama-jirô = „Burg auf Plateau oder Geländeerhebung“ und 3. hira-jirô = „Burg in der Ebene“.


Frühen Chroniken zufolge entstehen die erste Brücken in Japan (橋 hashi / kyô) bereits im 4.Jh. Drei Jahrhunderte später wird eine neue Technologie zur Brückenkonstruktion aus Paecke (Korea) importiert. Ein Beispiel vormoderner Brücken ist die aus fünf Holzbögen bestehende Kintai-kyô(1673). Während der Meiji-Zeit (1868-1912) erfolgt der Bau erster westlicher Eisenbrücken.


Japanische Gartenarchitektur (造園術 zôen-jutsu) lässt sich typologisch in drei große Gruppen – mit Untergruppen u. Überschneidungen – einteilen: 1. chitei = Teichgarten (Palastgarten der Heian-Zeit; Paradiesstilgarten; Oben-Unten-Zweistufenstil-Garten; Wandel- oder Lustgarten). 2. kare-san-sui = Garten aus Stein und Sand (Landschaft, in der Naturelemente durch andere ersetzt werden); „Zen-Garten“; „Trockenlandschaftsgarten“. 3. roji = Teegarten (mit Andeutung auf eine wahre Landschaft im Ausschnitt).

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